• u.nic.orn

Morgen aus Sicht der Nacht


Die Morgensonne streift über die Dächer von Rapperswil. Es sieht schön aus und gefällt mir. Und das obwohl ich kein sogenannter Morgenmensch bin. So ganz und gar nicht. Und dennoch liebe ich die Atmosphäre an einem Morgen. Alles ist noch so verschlafen und noch nicht in Bewegung, steht still. Wie ein kurzer Moment der Ruhe zwischen zwei grossartigen Musikstücken. Der Moment in dem du kurz deine Gedanken sortieren kannst, nur ums sie danach wieder ruhen zu lassen und dich in den lärmigen Alltag zu stürzen, bzw. dich vom nächsten Track leiten zu lassen und zu neuen Höhenflügen anzusetzen. Kurzum die Ruhe vor dem Sturm ist genau so mitreissend wie der eigentliche Sturm selbst.

In der Regel erlebe ich den frühen Morgen nur in zwei Momenten: wenn ich zur Arbeit gehe oder wenn ich nach einer durchzechten Nacht durch die Bars und Kneipen dieser Welt nach Hause komme. Letzteres hat genau so seinen Reiz wie das erste. Kürzlich habe ich nach genau so einer Nacht den Sonnenaufgang bestaunen können und es war wunderschön. Die ganze warme Wohnung wurde in goldenes Licht getaucht und ich fühlte mich noch mehr zu Hause, als ich es ohnehin schon war. Und in diesem Moment da war ich glücklich und hätte die ganze Welt umarmen können.

Allerdings war ich zu müde und verkatert dazu und habe mich stattdessen für die wohlige Wärme meines Bettes entschieden und mich dann auch dorthin verkrochen. Aber versteht mich nicht falsch, ich bin ansonsten wirklich kein grosser Anhänger der Morgenstunden. Manchmal sind es aber die ganz kleinen unscheinbaren Dinge wie ein Sonnenaufgang die einen Moment unfassbar und dadurch perfekt machen auch wenn sie vielleicht zur falschen Tageszeit stattfinden.